Wem nützt ELENA?
Bei manchen Vorhaben lohnt sich die Frage danach, wem es nützt, um zu verstehen, warum sie überhaupt in Angriff genommen werden.
Bei ELENA, dem elektronischen Einkommensnachweis scheint die Frage ziemlich eindeutig beantwortet werden zu können.
Schauen wir uns erst einmal die Kosten an. Die Bundesregierung geht davon aus, dass sie für die Einführung von ELENA über 4 Jahre 50 Millionen Euro investieren muss. Dieser Betrag wird sich sicher noch vervielfachen. Jeder Arbeitnehmer soll für die Karte und die Signatur alle 3 Jahre mindestens 10 Euro bezahlen müssen. Das macht bei 30 Millionen Arbeitnehmern pro Jahr schlappe 100 Millionen Euro. Die Unternehmen sollen 85 Millionen Euro pro Jahr einsparen können. Sehr optimistisch gerechnet soll also mit einem Aufwand weit über 100 Millionen Euro eine Ersparnis von 85 Millionen Euro erkauft werden. Das ist ja mal ein super Geschäft. Allein das Kostenargument müsste einem normal denkenden Menschen schon sagen, dass sich das nicht lohnt. Jemandem der so wirtschaftet, dürfte nicht einmal ein Cent anvertraut werden. Wie hoch ist der Bundeshaushalt?
Das Bundeskabinett begründet das Vorhaben damit, dass die Unternehmen dann nicht mehr aufwändig einzelne Bescheinigungen ausstellen müssten. Diese Bescheinigungen werden in der Regel benötigt, wenn Mitarbeiter arbeitslos werden.
In kleinen Unternehmen, die in wirtschaftlichen Notzeiten einmal einige wenige Mitarbeiter entlassen müssen, tippt diese Bescheinigungen die Sekretärin mit einer Träne im Auge mal eben so schnell runter.
Stellen wir uns aber einmal ein Unternehmen wie Nokia vor, das auf einen Schlag tausende Arbeitnehmer entlässt, dann steckt hinter den benötigten Bescheinigungen ein wesentlich größerer Aufwand. Diese Unternehmen profitieren mit Sicherheit von ELENA.
Fazit:
Bund und Arbeitnehmer müssten Jahr für Jahr weit über 100 Millionen Euro aufbringen, um die großen Unternehmen zu unterstützen, die jetzt schon riesige Gewinne erwirtschaften und gleichzeitig Massenentlassungen durchziehen. Diese Unternehmen werden sich bestimmt auch einmal mit gut dotierten Aufsichtsratsposten bei den Politikern bedanken, die solchen Gesetze beschließen.