Preiswerte Atomenergie?
Die Mär von der preiswerten Atomenergie wird von der Atomlobby gerne verbreitet. Besonders jetzt, wo alle Energispreise nur eine Richtung kennen - nach oben.
Preiswert ist Atomenergie jedoch für den Verbraucher nur, wenn man alleine die Kosten betrachtet, die auf der Stromrechnung aufgeführt werden. Preiswert ist die Atomenergie einzig und allein für die Betreiber von Kernkraftwerken und die Vermarkter von Atomstrom.
Für den Verbraucher ist Atomstrom deshalb scheinbar preiswert, weil in die Berechnung des Strompreises nur ein Teil der tatsächlichen Kosten für den Atomstrom einfließen. Würden alle Kosten von der Planung der Kernkraftwerke, über den Bau, den Betrieb und den Rückbau der Anlagen sowie für die Zwischen- und Endlagerung des Atommülls mit einkalkuliert, dann wäre die Kernkraft schlicht und einfach am Markt nicht zu verkaufen, weil sie zu teuer wäre. Preiswert wird Atomkraft erst durch immense Subventionen aus den Staatskassen, die letztendlich alle Steuerzahler zahlen.
Für den Betreiber solcher Anlagen ist der Strom wirklich billig in dem Sinne, dass sich damit enorme Gewinne erzielen lassen. Strom wird an der Leipziger Strombörse gehandelt und dort nach dem Prinzip des höchsten Preises verkauft. Die teuerste Art Strom zu erzeugen ist die Stromgewinnung in Erdgaskraftwerken. Dieser Strom bestimt also das Preisniveau des gesamten gehandelten Stroms. Die Differenz zum Erzeugerpreis des Atomstroms kann der Energieversorger als Gewinn verbuchen. Wenn dann noch die Risiken und die Kosten für die Lagerung des Atommülls auf die Allgemeingeit abgewälzt werden können, ist die Sache perfekt. So macht man billigen Strom.
Ein Bericht von Frontal 21 zeigt ein Beispiel, wie Kosten für die Lagerung von Atommüll in millionenhöhe dem Steuerzahler aufgehalst werden.
Zusammengefasst sieht die Rechnung dann so aus:
Subventionen + Sparen an Versicherungen + günstige Verkaufsbedingungen + Abwälzen der Lagerung des Atommülls = preiswerter Strom



